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Wissen bilanzieren - geht das?

--- Wissen bilanzieren - geht das? ---
eingestellt von S. Doberstein am 18.3.2012 um 14:21
Österreich und Deutschland haben staatlich gefördert eine Bilanzierungsmethodik für die "soft assets" entwickelt. Das intellektuelle Kapital soll erfasst werden. Dabei ist das Wortbestandteil "Bilanz" zwar griffig, aber wohl eher missverständlich.

Statt einer zweiseitigen Bilanz mit Aktiva und Passiva entsteht am Ende eher ein Jahresabschlussbericht, um im Bild zu bleiben. Grundsätzlich werden in der "Wissensbilanz - Made in Germany" 3 Dimensionen unterschieden:

  • Humankapital (alle Faktoren rund um die Mitarbeiter)
  • Strukturkapital (Unternehmensstruktur, -kultur und -prozesse)
  • Beziehungskapital (externes Netzwerk).

Für jede Dimension werden ausgehend vom Geschäftsmodell die Einflussfaktoren auf den vorher definierten Geschäftserfolg bestimmt. Im nächsten Schritt werden diese  Einflussfaktoren in den Dimensionen Quantität, Qualität und Systematik (systematische Entwicklung) bewertet. Außerdem werden sie mit Hilfe von quantitativ messbaren Indikatoren gemessen. So wird die Vergleichbarkeit zwischen mehreren Wissensbilanzen über den Zeitablauf erheblich verbessert. Auch die Außendarstellung gelingt so besser. Schließlich werden die Wirkungen zwischen den Einflussfaktoren analysiert.

Damit haben Sie die Datengrundlage mit der die Wissensbilanz erstellt werden kann. Dabei geht es nicht nur um eine kompakte Darstellung, sondern vor allem um das Ableiten von Maßnahmen zur strategischen Weiterentwicklung des intellektuellen Kapitals.

"Und was habe ich davon?" Ziel ist es den Geschäftserfolg zu steigern. Schon der Analyseprozess bewirkt bereits einen ersten Lernprozess. Verbesserungspotenziale werden sichtbar und eventuell schon während der Datenaufnahme angestoßen. Die Wissenbilanz stellt ein strategisches Steuerungstool dar, mit dem endlich all die Faktoren systematisch entwickelt werden können, die in der Finanzbilanz nicht auftauchen, aber sehr wohl die dortigen Ergebnisse beeinflussen. Gleichzeitig kann sie sehr gut zur Außendarstellung verwendet werden.
Die Wissensbilanz ist besonders wirkungsvoll im Zusammenspiel mit typischen Steuerungsinstrumenten, wie Qualitätsmanagement, Risikomanagement oder die Balanced Scorecard. Sinnvoll wird die Wissensbilanz als Steuerungsinstrument natürlich erst bei regelmäßiger Anwendung. Die meisten Unternehmen peilen einen 2-3-jährigen Turnus an.

Mehr Informationen finden Sie unter http://www.wissensbilanz-schnelltest.de/akwb/schnelltest-starten/

 

© Steffen Doberstein