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Start Up an der Uni

Privilegien und Umfeld
eingestellt von M. Schottenloher am 15.2.2012 um 9:02

Als Student an einer Hochschule in Deutschland ist man in der Regel dabei, sich gute Startchancen für einen Beruf zu erwerben, sind doch unter den Hochschulabsolventen weniger Arbeitslose als im Bevölkerungsdurchschnitt. Und allgemein bekannt ist sicherlich, dass eine akademische Ausbildung auch einen höheren Verdienst möglich macht. Dass auch die Ausgangsbasis, eine Firma neu zu gründen, besonders gut ist, wird dagegen weniger wahrgenommen. Dabei gibt es sehr viele Förderprogramme für den Hochschulbereich, welche den Weg in die Selbständigkeit unterstützen. Als Beispiel das EXIST-Programm:

Mit EXIST soll das Innovationspotential von Studenten, Absolventen sowie wissenschaftlichen Mitarbeitern an Hochschulen in erfolgreiche Existenzgründungen umgesetzt werden. Beschreiben wir das an einem fiktiven Beispiel: Ein Team von drei Studierenden / Absolventen findet sich zusammen, um auf der Basis einer durchschlagenden Idee eine Firma zu gründen, wobei einer der drei noch studiert, eine gerade ihren Bachelor (oder Master/Diplom) absolviert hat und der Dritte im Bunde bereits promoviert ist. Die drei finden einen Professor als Mentor und können mit seiner Unterstützung in den Genuss der EXIST-Förderung kommen. Voraussetzung ist, dass die Hochschule grundsätzlich an diesem Programm teilnimmt und aus formaler Sicht den Antrag stellt. Die Basis des Antrags ist ein sogenanntes „Ideenpapier“, das einem kleinen oder vorläufigen Businessplan gleich kommt.

Im Falle, dass der Antrag Erfolg hat, werden die Drei für die Dauer von 12 Monaten mit Stipendien unterstützt, der Student erhält 800 €, die Diplomandin erhält 2.000 € und der Doktorand 2.500 €. Zusätzlich erhält das Team 15.000 – 22.000 € weitere Mittel, wovon 5.000 € für Gründercoaching ausgegeben werden müssen. In der Regel wird dem Team von der Hochschule ein Raum und weitere Infrastruktur bereitgestellt, um die Ausgründung der geplanten Firma zu unterstützen. Und was muss für diese Förderung geleistet werden? Im Wesentlichen soll nach einem Jahr ein umfassender Businessplan als Ergebnis der Gründungsvorbereitung abgeliefert werden.
Das Team hat also ein Jahr Zeit, die Geschäftsidee zu einem tragfähigen Businessplan zu entwickeln, um dann die formale Gründung der Firma durchzuführen. Ansonsten ist das Team frei, das zu tun, was eine erfolgreiche Gründung vorantreibt. Das sind paradiesische Zustände für Gründer! Je nach Geschäft kann nun die Zeit genutzt werden, das Produkt (weiter-) zu entwickeln, eine Webpräsenz und eine Corporate Identity aufzubauen, eine Vertriebsstrategie zu entwickeln, mit dem Vertrieb zu beginnen, die weitere Finanzierung des Unternehmens zu vorzubereiten oder auch schon Personal zu akquirieren, und vieles mehr.

Weitere Informationen zum EXIST-Programm findet man auf der entsprechenden Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Zusätzlich zu diesem Programm kann man in der Regel an der eigenen Hochschule noch weitere Unterstützung zur Existenzgründung in Anspruch nehmen. Exemplarisch nennen wir an der Humboldt-Universität Berlin das Existenzgründerportal und die Entrepreneurshipforschung wie auch an der LMU München die Kontaktstelle für Technologietransfer und das Entrepreneurshipcenter.

© Martin Schottenloher