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7 Todsünden von Startups

was ist alles falsch zu machen?
eingestellt von H. Schottenloher am 5.2.2012 um 10:14

Startups sind auch Gründer, aber der besonderen Art: In der Regel versteht man unter diesem angelsächsischen Begriff, frisch gegründete Unternehmen, die mit relativ hohem Kapitaleinsatz (meist als Eigenkapital zur Verfügung gestellt) ein schnelles Wachstum und hohe Renditen versprechen. Doch wieviel Startups überleben?

Tatsächlich überleben nur 10% der Startups. Jene 10% müssen alle anderen „Nieten“ innerhalb eines VC-Portfolios finanzieren. Entsprechend hoch ist der Druck und entsprechend anspruchsvoll sind die Aufgaben der Geschäftsführung eines Startups. Wie wollen die wichtigsten - weil tödlichen Fehler - analysieren. Die „7 Sünden“ sind:

1) Overengineering

Nicht zu lange mit der Betaphase bzw. mit dem Launch des Produktes warten – Zeitvorsprung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Lösung: Mut zum halben Produkt, der (Beta-) Kunde hat allemal mehr Verständnis für ein halbes aber interessantes Produkt, als für ein perfektes, überteuertes, veraltetes Produkt.

2) Keine Marktkenntnis

Marktstrukturen und Konkurrenten sind die wichtigsten Informanten eines jeden Startups vor dem Launch. Wer dem keine Zeit widmet, ist dazu verdammt, die Fehler der Konkurrenz zu wiederholen. Abhilfe: Marktforschung, Zielgruppeninterviews, regelmäßiger Marktcheck, google alerts!

3) Featureverliebtheit

Nach langem Entwicklungsstress neigt man dazu, sich in bestimmte, meist technische, Eigenschaften einer Neuentwicklung zu „verlieben“, d.h. vor allem nicht mehr im richtigen Verhältnis zum Kundeninteresse zu sehen. Abhilfe: Radikale Marktorientierung und regelmäßig Außenstehende Personen befragen, um „Produktblindheit“ zu vermeiden. Ebenso wichtig: sich konsequent von Features trennen, die nicht geschätzt oder nicht wahrgenommen werden

4) Investment ausgeben, dann Anschlussfinanzierung suchen

Dann ist es meist zu spät. Wenn nicht sicher Umsätze in der ersten Series A-VC-finanzierten Finanzierungsrunde erzielt werden können, muss die Anschlussfinanzierung (Series B, eventuell C) bereits am Tag 1 des Startups geplant werden!

5) Sparen am Personal

Nichts ist so wichtig für ein Startup wie fachlich fähiges, teamorientiertes, stressfestes Personal. Man beachte: Nur die Besten sind gut genug. Das muss auch an die Investoren entsprechend kommuniziert werden.

6) HoheFixkosten

Anderer Leute Geld aus zu geben enthemmt – und schadet der ganzen Firma, wenn es unbedacht und sinnlos getan wird. Vor allem mindert es das Vertrauen der Investoren sehr. Gegensteuerung: Man frage sich bei jedem Cent, ob er ausgegeben werden muss, so als sei es das eigene Ersparte.

7) Schlechte Kommunikationspolitik mit Geldgebern

Daran gehen viele zu Grunde: Denn Probleme gibt es immer. Nur wer den Geldgebern gegenüber konsequent und regelmäßig, lieber zu oft als zu selten, kommuniziert (und zwar auch ehrlich das Problem anspricht) kann in der Krise bestehen. So bleibt man glaubwürdig. Nichts ist schlechter für die Kommunikation als das Verschiebung des Produktlaunches im Nachhinein oder zu wenige User erklären zu müssen. Abhilfe: Lieber tiefstapeln und mit unerwartet guten Ergebnissen überraschen. Wichtig ist es auch, Probleme und IST/ SOLL Abweichungen sofort und transparent zu kommunizieren.

Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, diese Regeln zur Vermeidung der 7 genannten Fehler zu befolgen. Es lohnt sich aber regelmäßig darauf zurück zu kommen.

© Harald Schottenloher